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- Was ist für Gewitter allgemein günstig?
- Zutatenbasierend - Feuchte (Taupunkte, Mischungsverhältnisse), Labilität (CAPE, Showalter Index, Lifted Index), Hebung (QG-Antrieb, Orographie, Einstrahlung, alte Outflow Boundaries)
- Was ist für Gewitter ungünstig?
- zu starker Deckel -- Vertikalschnitte (Absinken), Soundings, ausgeprägte EML, LFC/LCL-Differenzen
- zu wenig Einstrahlung -- Satellitenbilder, Feuchtekarten (Abschattung durch Restwolken)
- fehlender Hebungsantrieb - Sonnenstand, Jahreszeit
- zu trockene Bodenschicht - Beobachtungen
- Welche Modi wann?
- linear - scharf gekrümmter Kurzwellentrog, unten viel wind, Kaltfront (linearer Hebungsantrieb) mit vorlaufend Konvergenz oder Troglinie (linearer Hebungsantrieb), cold pool-entwicklung (trocken unten)
- gruppig - kurzwellentrog, oben mehr wind, unten nicht zuviel wind, vorderseite (warmluftregime), entkoppelte konvektion (nachts, frühs), sehr energiereich
- einzeln - linker jetauszug, oben nicht zuviel wind (20-30m/s), unten bis 20m/s, rechtsdrehung mit Höhe, gewisser deckel vorhanden (durch flächig nicht zu starker hebungsantrieb), energiereich ja, aber nicht zu stark (sonst gruppig)
- entkoppelt - Warmlufteinschubgewitter, feucht oberhalb des EMLs...+ dynamischer Hebungsantrieb, meist nachts und dann tags durch diabatische Erwärmung verstärkt
- Gefahren der Modi generell
- linear - Windgefahr, bei starker bodennaher scherung auch tornados an böenlinien (aber schwer identifizierbar)
- gruppig - Regenmengen, teils großer Hagel (langlebige Multizellen), Windgefahr (feuchte downbursts)
- einzeln - als Superzelle Hagel,Starkregen, Wind (rotierend + geradlinig), als hochbasige Einzelzelle auch trockene Downbursts
- Gefahrenvorhersage im Einzelnen
- Starkregen
- Intensität + Dauer - bei schleifenden gewitterzellen (regenerierend, stationär) sowie großer ausdehnung des systems
- viel Grenzschichtfeuchte (+PWAT), kräftige Hebung, hohe Labilität, Multizellen, HP-Superzellen, Systeme
- langsam ziehende Zellen (0-6km Scherung < 15 m/s), Luftmassengewitter - orographisch verstärkt
- Wind
- Verdunstungskälte - inverted-V-Soundings, trockene downbursts, gewisse trockenschichten, z.b. auch föhn
- Abkühlung durch schmelzen - Multi/Superzellen mit Hagel
- Wassergewicht - feuchte downbursts - Mulit/Superzellen
- Vertikaler impulsfluss -- low-level jet (nocturnal jet + sturmtief)
- Druckstörungseffekte (superzelle)
- lineare konvektion (bogenecho, böenlinie, lewp, comma)
- Hagel
- a) dichter, kleiner Hagel
- unten + mitte feucht, viel labilität, genügend scherung
- b) großer Hagel
- starker Auftrieb in den untersten 3km - 0-3km MLCAPE (100 J/kg), 0-3km SRH (>100 J/kg), durch Einstrahlung gestützte low-level buoyancy
- hohe absolute feuchte in der Grenzschicht, der zu hohem flüssigwassegehalt oberhalb der frostgrenze führt, mischungsverhältnisse, taupunkte
- moderate bis starke windscherung (15-30m/s), die zu langlebigen Gewitterzellen führt, aber nicht zu stark, sonst abwehen der hydrometeore
- Nullgrad-Grenze der Feuchttemperatur zwischen 7000 und 10000 ft.
- viel Feuchte im bereich -10 bis -30
- c) Extremhagel
- Bedingungen wie oben + Superzellen; Beispiele: 12.7.1984 (München; 9-14cm), 16. Juni Leipzig (7-10cm), 28.Juni 2006 Villingen (7-10cm), 28. August 2007 St. Veit/Kärnten (5-8cm)
- Tornados
- Superzellen + niedrige LCLs (< 1500m), wenig CINH, hohe bodenfeuchte, starker auftrieb + SRH 0-3km, LLS > 10 m/s
- Lineare Konvektion + starke LLS
- konvergenzlinie/seefronten, hochreichend windschwach, viel auftrieb unterste 3km, niedrige LCLs
- Forecast Funnel
- 1. Synoptik -- 2-3 Sätze
- 2. Entscheidende Parameter aufzählen
- 3. Vorhersage relevanter Gefahren mit Betonung möglicher Unsicherheiten
- Beispiel Gewittervorhersage für Di, 28. August 2007 (Österreich):
Im Bereich einer markanten Luftmassengrenze, die sich zwischen einem intensiven Trog über Nordeuropa und einem Warmluftregime über Südwesteuropa aufbaut, werden sehr energiereiche Luftmassen südlich der Alpen herangeführt. Im Alpenraum stellt sich dabei am Nachmittag zunehmend eine diffluente Jetströmung ein, die neben der tageszeitlichen Erwärmung für etwas dynamischen Hebungsantrieb sorgen sollte. Hochreichende Windscherung von 20 m/s, SRH (0-3km) mit 150-200m²/s² und 0-3km MLCAPE bis 100 J/kg fördern gemeinsam mit erhöhten Bodenfeuchten die Gefahr großen Hagels besonders auf der Alpensüdseite. Es werden ein oder zwei Superzellen vorhergesagt, die Hagel um 5cm, schwere Windböen und heftigen Starkregen hervorrufen können. Wegen niedriger LCLs und starker Richtungsdrehung in den unteren Schichten ist ein Tornado nicht ausgeschlossen. Die Unwettergefahr nimmt am Abend eher noch zu, da sich der Hebungsantrieb verstärkt.
Quelle: http://www.skywarn.at
- Kartenmaterial
- Beobachtungen: Radiosondenaufstiege, METAR, SYNOP, RADAR, Satellitenbilder
- Analyse: Wetteronline, VERA, Bodenwetterkarten
- Vorhersage: Sondenaufstiege zum Plotten (GFS), Wetter3, Wetterzentrale, Westwind.ch, Lightningwizardkarten
- Noch ein paar Tipps
- 1. Sich bei der Vorhersage Zeit lassen, lieber noch den letzten Modelllauf abwarten, Satellitenbilder (Restbewölkung?)
- 2. Prinzip der Persistenz - Regionen, wo heute Gewitter hatten, können morgen wieder Gewitter haben - was ändert sich?
- 3. Bei unsicheren Wetterlagen andere Modelle mit einbeziehen
- 4. Fehlprognosen passieren immer wieder, absolut menschlich - kritisch hinterfragen, was nicht gepasst hat
- 5. "Synopsis" ist wichtig - auch schauen, was andere Wetterdienste, Unwetterzentralen, etc. machen
- 6. Im Zweifelsfall lieber eine Gefährdungsstufe weniger geben, falls Wetterverlauf unklar. Unsicherheiten in der Vorhersage angeben - auch um sich selbst vor (ungerechtfertigten) Angriffen wegen möglicher Fehlwarnungen zu schützen: Ein Forecaster ist nur so gut, wie die Annahmen, auf denen er sich stützt.
- 7. Überlappen sich die Zutaten oder grenzen sie nur aneinander? - Auswirkungen markant unterschiedlich.