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Fallbeispiel 10. November 2008 - trockene Luft in einem Hoch

Dank der aktiven Frontalzone ist derzeit täglich Interessantes in den Satellitenbildern zu beobachten. Im Folgenden sind das RGB-Satellitenbild und die 500hPa-Isolinien übereinandergelegt.

Sehr gut stimmt das Höhentiefzentrum nördlich der Britischen Inseln mit dem Druckkern der okkludierten Sturmzyklone überein. Der kleinräumige Tiefdruckwirbel über Südskandinavien liegt inmitten der stärksten Krümmung der Isohypsen bzw. in der Trogachse - ein starkes Indiz für ein sogenanntes Kommatief, das sich aus hochreichend konvektiver Bewölkung eindreht.

Westlich von Irland stößt ein Höhentrog nach Osten vor, auf dessen Vorderseite und damit unter zyklonaler Vorticityadvektion eine offene Welle liegt. Warm- und Kaltfront sind skizzenhaft angedeutet - ihre tatsächliche Lage erfordert einen Abgleich mit Analysekarten bzw. Theta-e-Karten. Ein ausgedehnter Höhenrücken befindet sich über Osteruopa, welcher weiträumig Wolkenauflösung verursacht. Weitere Tiefsysteme mit konvektiver Bewölkung sind noch in Verbindung mit schwachen Trögen nördlich der Kanarischen Inseln sowie bei Tunesien zu finden.

Der folgende Vertikalschnitt beginnt über Tunesien und geht bis nach Russland. Er durchschneidet somit die kräftige Gewitterbewölkung vor der tunesisch-libyischen Küste.

Überlagert sind wieder Feuchtisentropen und relative Feuchte. Im Bereich der starken Konvektionsbewölkung nimmt Theta-e mit der Höhe ab, z.B. liegt bei 34°N eine 316K-Isentrope am Boden (43°C), in 800hPa dagegen eine 310K-Isentrope (37°C).

Das Gegenteil ist rechts der 40°N der Fall, die Isentropen nehmen allgemein mit der Höhe zu (potentiell stabil), zusätzlich ist die Luft extrem trocken (relative Feuchten von 10-30% in der gesamten Troposphäre). Ursache für die Trockenheit ist das seit vielen Tagen quasi-stationäre Höhenhoch über Osteuropa (siehe Satellitenbild), dessen Feuchterückgang durch Absinken am Nordende des Querschnitts, also direkt unterm Höhenhoch, bis zum Boden vorgedrungen ist.

Im Radiosondenaufstieg sieht das dann so aus:

Es sind zwei Absinkinversionen zu erkennen - eine relativ bodennah und eine weitere in 750hPa. Die Atmosphäre ist bis zur Tropopause außerordentlich trocken geschichtet, was keinerlei Wolkenbildung zulässt. Am Boden herrscht eine Taupunktsdifferenz (spread) von 16K. Wären oberhalb drei Kilometer Wolken mit Niederschlagsbildung vorhanden, so würde es selbst bei 8°C im Plus am Boden schneien (Frostgrenze der Feuchttemperatur am Boden).

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