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Fallbeispiel 19. Oktober 2009 - Trogsektor Nordatlantik im Querschnitt

Am 19. Oktober 2009 entwickelte sich auf dem Nordatlantik ein Sturmtief mit ausgedehntem Rückseitensektor, der im Gegensatz zu vielen Polarluftausbrüchen keine hochreichende Feuchtkonvektion produzierte.

Folgendes Satellitenbild zeigt das bereits weitgehend entwickelte Sturmtief um 06 UTC:

Der nachfolgende Querschnitt geht von Grönland bis östlich der Azoren entlang der roten Linie.

Weite Bereiche des Querschnitts befinden sich innerhalb des riesigen Rückseitensektors, bei ca. 24°W, 44°N liegt die Kaltfront des Tiefdruckwirbels, dahinter beginnt die Warmluftmasse auf der antizyklonalen Jetseite. Die Feuchtisentropen verlaufen im Kaltluftsektor größtenteils zunehmend mit der Höhe, was auf potentielle Stabilität hinweist. Lediglich bis etwa ca. 32°W tritt leichte potentielle Instabilität auf.

Weiters ist die Temperaturadvektion eingezeichnet, sie zeigt die stärksten negativen Werte unterhalb etwa 500 hPa, mit der Höhe nimmt die Kaltluftadvektion ab, weshalb die Luftmasse nicht hochreichend destabilisiert werden kann. Die kräftige positive Temperaturadvektion südlich der Kaltfront in der oberen Troposphäre ermöglicht die Cirrenbildung entlang bzw. im diffluenten Bereich der Jetachse.

In der Schichtadvektion zwischen 500 hPa und 100 hPa ist die Abnahme der Schichtdicke im Rückseitensektor deutlich ausgeprägt.

Starke frontogenetischen Querzirkulationen ermöglichen ein aktives Frontensystem mit kräftigen, konvektiv durchsetzten Regenfällen.

Durch die starke Krümmungsvorticity vorderseitig der Trogachse und die zyklonale Scherungsvorticity beim stark diffluenten linken Jetbereich kann sich ausgeprägte Höhendivergenz entwickeln, die das Frontensystem zusätzlich aktivieren.

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