Showalter Index (SI)
Der Showalter-Index eignet sich besonders in hügeligem Terrain, wo Konvektion durch bestrahlte Hänge begünstigt wird und (zunächst) nicht vom Boden ausgeht.
Wegen der starken Temperatur- und Taupunktdifferenzen besonders am Talboden eines Gebirges kann die daraus errechnete Labilitätsenergie wenig repräsentativ für die Folgestunden sein. Daher ist der Lifted Index hier eher weniger aussagekräftig.
Der Showalter-Index SI ist gegeben durch die Formel (T500 - TL), wobei TL die Temperatur (in°C) eines Luftpakets ist, das von 850hPa bis auf 500hPa gehoben wurde, zunächst trockenadiabatisch bis zum Kondensationsniveau, dann feuchtadiabatisch darüber. Die Differenz zwischen der Hebungskurve und der Temperatur in 500hPa gibt Auskunft über die Schichtungsstabilität. Ab Werten kleiner als Null sind Gewitter möglich, unterhalb zwei sind sie sehr wahrscheinlich und unterhalb vier können auch kräftige Gewitter auftreten.
Der Radiosondenaufstieg von Innsbruck, 23. Mai 2007, 03 UTC, zeigt die graphische Bestimmung des SI-Index. Ausgehend von 850hPa wird das LCL bestimmt, danach geht es feuchtadiabatisch nach oben. Die Differenz zwischen Umgebungstemperatur in 500hPa und der Sättigungsadiabaten beträgt hier etwa -1°C, ausgehend von 700hPa sind es geringfügig weniger.
Da es sich an jenem Tag um eine besonders gradientschwache Wetterlage handelte und sich somit die atmosphärischen Bedingungen auch untertags kaum veränderten, kann man anstelle der beim Aufstieg gemessenen Höhentemperaturen auch aktuellere Werte von umliegenden Bergstationen verwenden, um einen zeitnaheren SI-Index zu berechnen.
Ist der Lifting Index negativ und der SI zugleich positiv, dann ist meist eine Deckelung der konvektiven Grenzschicht vorhanden (z.B. Absinkinversionen).
© Felix Welzenbach