Dieser Artikel soll die wichtigsten graphischen Möglichkeiten zur Interpretation von Radiosondenaufstiegen, speziell für die häufig gebrauchten "Skew-T-Diagrammen" bereitstellen. Zunächst werden die Bestandteile eines Sondenaufstiegs erläutert. Im Anschluss folgt eine Beschreibung der bedeutendsten Implikationen, die sich daraus ergeben - jeweils mit einem graphischen Beispiel versehen. Schließlich soll noch auf Besonderheiten wie vertikale Windscherung, Labilitätstypen u.v.m. näher eingegangen werden.
Die Quelle der Radiosondenaufstiege ist, sofern nicht anders angegeben, Wyoming Soundings.
Der Radiosondenaufstieg spielt besonders hinsichtlich der Bestimmung von Auslöse, Entstehung, Typ und Intenstität von Konvektion eine tragende Rolle. Man unterscheidet zwei Typen von Konvektion:
Diese sind in der Regel in der Ordinate angegeben (y-Achse) und zwar auf der linken Seite wahlweise in hPa oder km , bisweilen auch in Fuß (ft). Grob kann man sagen, dass 1013hPa etwa Meeresniveau, 850hPa 1,5km, 700hPa 3km, 500hPa 5,5km und 300hPa 9km Höhe bedeuten.Die Stratosphäre beginnt in der Regel zwischen 200 und 250hPa (in den Tropen auch höher) was aber jahreszeitlich und infolge der Höhendruckgebilde stark variieren kann.
In der Abszisse (x-Achse) wird die Temperatur in °C angegeben - je nach Art der Darstellungsform des Radiosondenaufstiegs (Stüve, Wyoming, Unisys,etc.) variieren die Linien gleicher Temperatur (Isothermen) von senkrecht bis zu 45° zur Abszisse.
Im Temp ist die rechte Linie immer die Lufttemperatur , die durch die Radiosonde beim Aufstieg gemessen wurde.
Die linke Linie markiert den Taupunkt (also diejenige Temperatur, auf die abgekühlt werden muss, um Sättigung und Kondensation zu erreichen)
Je nach Diagramm werden auch die Trockenadiabaten in unterschiedlichem Winkel zur Abszisse eingezeichnet. Sie stehen für konstante Temperaturabnahme mit der Höhe in Metern/Kilometern unter trockenen Bedingungen ,d.h. für nicht gesättigte Umgebung (Luftfeuchte <100%). Hierbei gilt eine vertikale Temperaturabnahme von 1K/100m, egal ob die Luftfeuchtigkeit bei 20 oder 95% liegt.
Bei 100% hingegen handelt es sich um eine feuchtadiabatische Temperaturabnahme,d.h. durch Kondensation wird Wärme freigesetzt, die den Temperaturrückgang abschwächt. Die vertikale Temperaturabnahme beträgt dann zwischen 0,6 und 0,8K.
Das Sättigungsmischungsverhältnis, i.d.R. gestrichelte , fast senkrechte Linien , ordnet jeder Temperatur eine bestimmte sättigungsspezifische Feuchte zu (so ist der Sättigungsdampfdruck eine Funktion der Temperatur), sodass mit Kenntnis des Temperaturverlaufs und des Taupunkts am Boden relativ leicht das Kondensationsniveau bestimmt werden kann.
Rechts im Diagramm wird i.d.R. die Windrichtung in Form von Windfiedern angezeigt. Dabei zeigt das dünne Ende die Herkunft des Windes, die Balken am anderen Ende die Stärke des Windes in Knoten (halber Balken 5Kn, ganzer Balken 10Kn, Wimpel 50Kn) an.
© www.wetteran.de, Mai 2009