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Kleines Wz-Treffen in Stuttgart vom 28.8.-1.9.2009

Am 28.8.2009 fuhr ich via Lindau nach Stuttgart. Um Geld zu sparen, fuhr ich mit dem maroden IC 118 (Direktzug Innsbruck - Münster) nur bis Lindau, währenddessen sich bereits eine Verspätung von dreißig Minuten aufsummiert hatte und mein Aufenthalt in Lindau entsprechend zusammenschmolz.

Das reichte dennoch, um kurz zum Lindauer Hafenbecken zu schlendern, und gemütlich auf den Bodensee zu schauen, umsäumt von Touristenschwärmen, aber das Wetter eignete sich auch perfekt dazu. Leicht dunstig, eine Schwüle wie am Gardasee und lockere mittelhohe Wolkenfelder, später über den Schweizer Bergen auch mächtigere Quellwolken.

Bild 1: Blick nach Osten



Bild 2: Lindau-Hafen, rechts mit Mangturm (1180-1300 in Betrieb als Leuchtturm)



Bild 3: Rechts der neue Leuchtturm (1856), links der Bayrische Löwe



Dann ging es mit dem IRE weiter nach Stuttgart zu Marco und wetterfrosch_aus_Sachsen, über die Geislinger Steige, ein Albdurchbruch, in den Alpen würde man Pass sagen.

Am Samstag fuhren wir nach Neuffen und gingen von dort auf die Burg Hohenneuffen (743m), die auf einem Weißjurafelsen an der Albkante (Albtrauf) gebaut wurde. Sie wurde 1198 erstmals urkundlich erwähnt und bietet einen herrlichen Rundumblick über die Albkante bis ins Neckarbecken.

Bild 4: Neuffen mit dem mittelalterlichen Altstadtkern und den strahlenförmig aufgebauten Neubauten



Bild 5: Leider etwas verschwommener Zoom auf den Ortskern, meine Kamera ist halt schon sechs Jahre alt...



Bild 6: Saftiges grün an Wiesen und Wäldern, wohin das Auge reicht



Bild 7: Sanfte Hügelformen an der nordwestlichen Albkante, die Topographie mit dem mittelsteilen Gelände sorgt für verstärkte Massen- und Energieflüsse, was wiederum die Gewitterbildung über der Albregion begünstigt, vergleichbar sind da noch Bayrischer Wald und Mühl- bzw. Waldviertel bzw. das Grazer Bergland.



Bild 8: Die vergleichsweise gut erhaltene Burgruine im Sonnenlicht lässt durch den weißen Fels ein wenig mediterrane Stimmung aufkommen



Bild 9: Blick nach Norden, rechts die Ortschaft ist Balzholz, weiter nördlich liegt Linsenhofen, die Bahntrasse (derzeit Schienenersatzverkehr) ist gut erkennbar links. Hinter Linsenhofen folgt das etwas größere Frickenhausen.



Am Sonntag, 30. August 2009, ging es zum Schloss Solitude auf etwas unkonvektionelle Art und Weise, da die Bushaltestelle direkt vor dem Schloss lag, für fußfaule Touristen also, und wahrscheinlich hat das angrenzende Schloss-Restaurant da auch seine Finger im Spiel, wo die Hausgemachte Sülze knapp vierzehn Euro kostet. Das Schloss besteht seit 1769 und ist auf einer Erhebung westlich von Stuttgart erbaut, sodass eine schöne Aussicht geboten wird.

Bild 10: Fotografier-Session vor dem Edelrestaurant



Bild 11: Nebenan befindet sich die Akademie Schloss Solitude, die Arbeitsstipendien für jüngere, besonders begabte Künstlerinnen und Künstler anbietet



Bild 12: Im angrenzenden, leider ziemlich verfallenen Schlossgarten laden großzügige Wiesen zum Romanzieren ein



Bild 13: Typisch für diese Zeitepoche der Drang zu geraden Blicklinien, im Vordergrund Stuttgart-Weilimdorf



Bild 14: Nach dem leicht enttäuschenden Besuch des Schlosses (der Garten hätte etwas gepflegter sein können und die Preise beim Restaurant luden nicht einmal zu einem Käffsche ein, geschweige denn die dort gastierende Oberschicht...) gings weiter zum Stuttgarter Fernsehturm, an jenem Tag mit perfekter Fernsicht von über 150 km.



Der Stuttgarter Fernsehturm ist weltweit der erste Fernsehturm, der aus Stahlbeton gebaut wurde.
Er misst 216 m, die obere Aussichtsplattform befindet sich auf 152 m. Der Turm befindet sich auf dem 483 m hohen Hohen Bopser im Stadtbezirk Degerloch am Südrand des Stuttgarter Talkessels.

Nachfolgend ein paar Bilder von besagter Plattform

Bild 15: Blick auf Stuttgart Mitte:



Bild 16: Blick auf Stuttgart-Hauptbahnhof, einer der Kopfbahnhöfe in Deutschland (neben München, Frankfurt, Berlin...), im Hintergrund der bewaldete Höhenzug dürfte der bis zu 477m hohe Stromberg sein, Sichtweite 30km



Bild 17: Blick Richtung Westen, unten der Stuttgarter Talkessel, ganz hinten der Schwarzwald, die Sicht reichte bis zum südlichen Schwarzwald, also rund 150km Sichtweite.



Bild 18: Blick nach Norden, im Vordergrund die Uhlandshöhe, rechts davon Stuttgart-Ost,
die Straßenbahn schlängelt sich dem bewaldeten Berg hinauf bis zum Fernsehturm, also leicht
mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen



Bild 19: Blick über Stuttgart-City nach Nordwesten



Bild 20: Blick nach Südosten, im Vordergrund im Wald der Ort Frauenkopf, hinten mit den Industrieschornsteinen die Stadt Esslingen am Neckar, ganz hinten die Schwäbische Alb,
die Burg Neuffen war auch zu sehen, aber dafür reicht mein 3fach-Zoom nicht aus.



Am Montag, 31.August, ging es in den Stuttgarter Zoo, in die Wilhelma, ein recht großer Tierpark mit allen Viechern, die das Kindesherz begehrt, Menschenaffen, Erdmännchen, Elefanten, Eis- und Braunbären, Wildkatzen, Pinguinen, etc... Würde ich in Stuttgart wohnen, täte ich sofort eine Jahreskarte kaufen. Man kann dort Stunden verbringen!

Bild 21: Ein großer Schmetterling im Schmetterlinghaus



Bild 22: Verbreiterte Kondensstreifen kündeten von Warmluftadvektion und Feuchtezufuhr in höheren Schichten, die Erwärmung sollte bereits einen Tag später wieder durch eine Kaltfront beendet werden.



Bild 23: Urlaubsgefüße



Bild 24: Grooming ist der soziale Klebstoff der Affen



Bild 25: Allzu Menschliches meint man bisweilen in den Gesichtern der Affen ablesen zu können, oder zu wollen?



Bild 26: Ein guter Aussichtspunkt



Bild 27: Vor dem Giraffengehege - ein Experiment



Bild 28: Ein Schwarzbär (oder Brillenbär) ging plötzlich zweibeinig ins Wasser, watete in dieser Position durch den Wassergraben und kam mit trockenem "Oberkörper" wieder heraus



Bild 29: Im Sommerhalbjahr ist nicht nur die Fauna am florieren, sondern auch die Flora



Dienstag vormittag ging es dann nach Innsbruck zurück, wo ich mich am späten Nachmittag noch vom rasanten Baufortschritt des neuen Kaufhaus Tirols überzeugen durfte, das nach zweijähriger Bauzeit im März 2010 eröffnet werden wird.



Das alte Kaufhaus wurde leider abgerissen und wird durch eine zwar fensterreiche, aber ebenso starre Betonbauweise ersetzt, die in den Augen vieler Innsbrucker und Hobby-Architekten nicht so recht ins Stadtbild passen mag, siehe auch [www.kaufhaus-tyrol.at]

Leider ist Innsbruck in den letzten Jahren dafür berüchtigt geworden, auf Beton statt auf Natur zu setzen, bzw. sich mangelhaft in die Natur einzugliedern, beispielsweise...

...die Bergiselschanze, die direkt in der Hauptschneise des Südföhns steht, weswegen Schispringen häufiger abgesagt werden müssen: [upload.wikimedia.org]

...die neue Hungerburgbahn, deren farblose Betonpfeiler etwas verloren in der sonst bunten Stadt wirken: [www.leitnergroup.com]

...oder die neue Universitätsbibliothek in Innsbruck, die einiges an Grünflächen verschlungen hat und wofür einige Bäume gefällt werden mussten.

...auch die freie Grünfläche am Innufer weiter nördlich, wo früher die Hasen ungestört auf die Wiesen scheißen konnten, ist durch den Bau der neuen Chemiefakultät flöten gegangen.

...und die Gestaltung des Landhausplatzes sieht in den bisherigen Vorschlägen auch viel Betonfläche und wenig Grün vor, weswegen es schon scherzhaft Vorschläge gab, daraus einen Skaterpark zu machen..

Wie dem auch sei, es war ein schöner Trip ins Schwabenländle...

(C)Felix Welzenbach