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Synoptische Begriffe - Lexikon

Status: 21. April 2008
Synoptik: -- Synoptik bedeutet griechisch Zusammenschau. In der Wettervorhersage spielt die Synoptik eine tragende Rolle, um einen Überblick über eine Wetterlage zu bekommen, indem man aktuelle Beobachtungen, Radiosondenaufstiege und verschiedene Modellläufe betrachtet, und daraus zunächst eine Diagnose ableitet (wie ist die aktuelle Lage?), ehe man zur Prognose voranschreitet (wie entwickelt sich die aktuelle Lage weiter?).

Synoptisch-skalige Größenordnungen sind zwischen den hemisphärischen Skalen (Nordhalbkugel) und der Meso-Skala (Gewitter, Frontensysteme) angesiedelt, umfassen also die großräumige Entwicklung von Hoch- und Tiefdruckgebieten in einem bestimmten Gebiet, z.B. Europa oder Nordatlantik.

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A

Absinken -- In einem Hochdruckgebiet sinken die Luftmassen ab, da in höheren Luftschichten die Luft zusammenströmt und wegen der Massenerhaltung nach unten abgeführt werden muss. Absinken führt zu Wolkenauflösung und Abtrocknung. Die Luft erwärmt sich dabei trockenadiabatisch um 1K pro 100m.

Absolute Topographie -- ist die Höhe einer Druckfläche über Meeresniveau, z.B. 500hPa.

Advektion -- kommt aus dem lateinischen advehi = heranbewegen und bedeutet das Heranführen bzw. den Transport einer Größe oder Eigenschaft, z.B. Luftmassen, Temperatur (Wärme & Kälte), Wirbelgröße (Vorticity), Feuchte. Advektion ist von Wind und Gradient abhängig. Stehen Wind und Gradient senkrecht zueinander, ist die Advektion Null. Ist dies nicht der Fall, so ist die Advektion vereinfacht gesehen in etwa proportional zum Wind.

Amplifizierung -- Ein amplifizierter Trog oder Keil beschreibt eine große horizontale Ausdehnung des Druckgebietes entlang der Längengrade, d.h. in Nord-Süd-Richtung, welche fälschlicherweise oft als "Langwelle" interpretiert wird. Letztere ist aber durch die horizontale Ausdehnung entlang der Breitengrade, d.h. in West-Ost-Richtung gekennzeichnet.

Äquivalentpotentielle Temperatur -- auch Theta-e oder Θe, berücksichtigt zusätzlich die latente Wärme, die bei Kondensation frei wird. Es wird diejenige Temperatur angegeben, die ein Luftpaket hätte, wenn sein Wasserdampf restlos kondensieren würde und es anschließend trockenadiabatisch auf 1000hPa zurückgebracht wird. Je höher Theta-e, desto größer der absolute Energiegehalt eines Luftpakets. Theta-e-Werte liefern Anhaltspunkte für die potentielle Labilität, Fronten, die Entwicklung von kräftigen konvektiven Abwinden und hohen Niederschlägen. Start

Aufgleiten -- Warme Luft (geringere Dichte) gleitet auf kalter Luft (höhere Dichte) auf, der damit verbundene Hebungsprozess führt zu flächigen und andauernden, wenn auch selten intensiven Niederschlägen.

B

Back-Bent-Okklusion -- engl.: umgebogene Okklusionsfront, welche durch starken Druckfall und Ausbildung eines Starkwindfelds im Kernbereich einer Bodenzyklone begünstigt wird. Die Okklusion biegt sich dabei um, sodass sie parallel zur Kaltfront verläuft. Da rückseitig der Kaltfront häufig der Höhentrog vorstößt und mit der Okklusionsfront eine Zunge höherer Theta-e-Werte verbunden ist, kommt es im umgebogenen Teil nicht selten zu markanten Wettererscheinungen mit Schauern und Gewittern.

C

Cold conveyor belt -- das kalte Förderband kreuzt die Okklusionsfront stromaufwärts und macht sich meist durch eine Absenkung der Wolkenobergrenzen bemerkbar. Mit Entwicklung des kalten Förderbands befindet sich die Zyklogenese im Reifestadium. Start

Cut-off-Prozess -- Abschnürungsvorgang, bei dem sich tiefes Geopotential in höheren Schichten aus einem Kaltluftkörper abschnürt und ein eigenständiges Höhentief ausbildet.

D

DCVA -- Differentielle, zyklonale Vorticityadvektion - die fachlich korrekte (englische) Bezeichnung für positive Vorticityadvektion.

Differentielle ...Advektion -- In synoptischen Übersichten beim Deutschen Wetterdienst oder bei Estofex liest man bisweilen von differentieller positiver Vorticityadvektion. Gemeint ist damit eine Höhenänderung, d.h. in größeren Höhen muss eine stärkere Zunahme als darunter erfolgen, damit sich die Advektion auch in vertikalen Prozessen niederschlägt (also Hebung oder Absinken). Gewöhnlich nimmt der Wind mit der Höhe zu ,daher hat man fast immer differentielle Advektion, wenn man z.B. das Bodenniveau und 500hPa betrachtet. Daher lässt man das Attribut differentiell häufig weg.

Dryslot -- Trockener Oberstrom oder Trockenschlot, besonders im Wasserdampfbild als schwarzer Streifen erkennbar, der rückseitig einer Kaltfront um Kern der Bodenzyklone vorstößt. Der damit verbundene Prozess des Absinkens trockener Luft aus stratosphärischen Höhen wird Dry Intrusion genannt. Das Produkt dagegen Dryslot. Dryslots treten auch in Zusammenhang mit hochreichender Feuchtkonvektion auf, häufig auch bei mesoskaligen konvektiven Systemen (MCS). Ihre Rolle dabei ist noch nicht ganz geklärt, vermutlich erhöhen sie die potentielle Labilität durch Überlagerung trockener und feuchtwarmer Luftmassen. Start

E

F

Föhn -- Föhn ist ein Wind, der auf der Leeseite von Gebirgen durch Absinken wärmer und relativ trockener wird (WMO, 1992). Die moderne Föhntheorie setzt keine Wolken- oder Niederschlagsbildung auf der Luvseite des Gebirges voraus. Föhn entsteht entweder durch Luftmassengegensätze, welche durch das Gebirge getrennt werden, oder durch hinreichend starke Anströmung. Bekannte Föhngebiete sind Alpenföhn, Sauerlandföhn, Harzföhn, Odenwaldföhn, Erzgebirgsföhn, etc... Bora ist eine Spezialform des Föhns, bei dem sehr kalte Luft über den Gebirgskamm geführt wird und leeseitig absteigt.

Frontsenkrechte Windkomponente -- Eine Front, die sich nahezu parallel zur Bodenströmung bewegt, ist in der Regel schwächer und langsamer (schleifend), als eine Front, die sich senkrecht zur Bodenströmung verlagert. Die frontsenkrechte Windkomponente bewirkt eine stärkere Konvergenz an der Front und eine Verschärfung der Luftmassengegensätze. Darüberhinaus kann man bei frontsenkrechten Windkomponenten mit großer Wahrscheinlichkeit von der Bildung von Schauer- oder Gewitterlinien ("Squall lines") ausgehen, während bei quasi-paralleler Verlagerung eher verstreute Schauer- oder Gewitterherde ("diskrete Zellen") auftreten, die zwar linear angeordnet sein können, jedoch nicht zusammenhängen müssen. Start

G

Genuazyklogenese -- Im Golf von Genua entwickeln sich bei nordwestlicher Anströmung sowie einfließender Kaltluft über das Rhône-Tal ins Tyrrhenische Meer häufig bodennahe Tiefdruckgebiete. Sie werden durch das Herumschießen der Luft um den marinen Alpenbogen begünstigt, welche positive Vorticity induzieren, sowie durch in der Poebene lagernde wärmere Luft, die zu einem Luftmassengegensatz führt.

Geopotential -- Die Höhe einer bestimmten Druckfläche, z.B. 500hPa, ist in geopotentielle Meter angegeben. Je höher die Druckfläche liegt, umso größer ist das Potential, wegen den Bezug zur Schwerebeschleunigung, die in die Definition einfließt, als Geopotential bezeichnet. Geopotentialanstieg in allen Schichten (z.B. bei der Entwicklung einer hochreichenden Antizyklone) ist mit Hochdruckwetter verbunden, Geopotentialfall dagegen mit Tiefdruckentwicklung.

Geostrophischer Wind -- Der geostrophische Wind weht parallel zu den Linien gleicher geopotentieller Höhe (Isohypsen) und ist die Folge des Gleichgewichts zwischen Druckgradientkraft (vom Hoch zum Tief) und der Corioliskraft. Start

Gradient -- Der Gradient zeigt in Richtung des steilsten Anstiegs. Er zeigt immer vom höchsten Wert zum tiefsten Wert, z.B. von Kaltluft zu Warmluft oder von hohem Luftdruck zu niedrigem Luftdruck.

H

Hebung -- stellt das Pendant zum Absinken da. In einem Tiefdruckgebiet strömen die Luftmassen bodennah zusammen und werden zum Aufsteigen gezwungen. Dabei kühlt sich die Luft bis zum Taupunkt ab und kondensiert nachfolgend mit Wolken- und ggf. Niederschlagsbildung. Hebung kann außerdem durch die Überströmung von Orographie und durch Sonneneinstrahlung erzeugt werden.

High-over-Low -- Hoch-über-Tief-Lage. Ein Hochdruckgebiet mit einem Höhentief südlich davon. Diese Lage zeichnet sich wie die Omegalage durch ihre Stabilität aus.

Höhentief -- Ein abgeschlossenes Tiefdruckgebiet in der Höhe, gekennzeichnet durch relativ zur Umgebung tieferes Geopotential.

Hydrostatik -- Im Gegensatz zur Hydrodynamik handelt es sich um unbewegte, strömungsfreie Luftmassen. Hydrostatische Luftmassengegensätze spielen bei der Föhnentstehung eine wichtige Rolle, wenn beispielsweise in der Poebene potentiell kältere Luftmassen und Hochnebel vorherrschen , während im Alpenvorland die Sonneneinstrahlung für Druckfall sorgt. Zwar sind hydrostatische Verhältnisse bei Warmluftadvektion nicht mehr gegeben, jedoch führt diese ebenfalls zu einem Druckgefälle über ein Gebirge hinweg, welches eine Föhnströmung hervorrufen kann.

I

Inversion -- Eine Inversion ist die Umkehr einer Größe mit der Höhe, z.B. der Temperatur oder der Feuchte. Temperaturinversionen bilden sich durch langwellige Ausstrahlung über Nacht (Strahlungsinversion), Absinken in einem Hochdruckgebiet (Absinkinversion), Aufgleiten wärmerer Luft auf kälterer Luft (Warmfrontinversion), starke Niederschläge (z.B. mit Graupel o. Hagel) untertags (Bodeninversion) bzw. an der Tropopause (Grenze zwischen warmer Stratosphäre und kühlerer Troposphäre) aus.

Isentrope potentielle Vorticity -- Die IPV ist ein anderes Konzept zur QG-Theorie, beschreibt aber letzendlich dieselben Vorgänge, wenngleich man eher energetische Größen verwendet. Hierfür gibt es viele, verschiedenartige Ansätze, z.B. der Potentielle Vorticity (PV-)Anomalien. Am Anschaulichsten ist die IPV, wenn es um Dry Intrusions geht, sonst ist das Konzept der IPV im operationellen Vorhersagedienst eher unhandlich, da nicht leicht verständlich. Start

J

Jetstream -- Starkwindband in der oberen Troposphäre (ca. 300hPa), welches entweder in den 300hPa-Windkarten oder durch die Drängung der Isohypsen sichtbar wird. Der Jetstream wird eingeteilt in Einzugs- und Auszugsgebiete. Die Auszugsgebiete liegen in Stromrichtung, d.h. stromabwärts. Die Jetachse markiert den Übergang von zyklonalem zu antizyklonalem Einfluss.

Jetauszug -- Wird häufig bei synoptischen Analysen gebraucht, um Tiefdruckentwicklungen abzuschätzen. Im linken Jetauszug herrscht nach der quasi-geostrophischen Theorie a) Divergenz und b) Aufsteigen der Luft in der Schicht darunter, demzufolge Hebung. Als Laie genügt das vollkommen zu wissen, die physikalischen bzw. theoretischen Hintergründe sind bei der Interpretation von Modellkarten zweitrangig. Entsprechend ist im rechten Jeteinzug ebenfalls Hebung, im linken Jeteinzug und rechten Jetauszug Absinken zu finden. Bei stark gekrümmten Jetstreams kann auch der gesamte Auszugsbereich von Divergenz beherrscht sein. Start

K

Kommatief -- Ein meist kleinskaliges bzw. mesoskaliges Tiefdruckgebiet, das sich an ein Vorticitymaximum gekoppelt entwickelt, und eine kommaähnliche Form im Satellitenbild annimmt. Es zeichnet sich durch meist konvektive Niederschläge aus und ist vor allem über dem Meer auch mit Gewitterbildung verbunden.

Keil -- Ein Keil ist ein Berg bzw. Rücken mit hohem Geopotential, der von niederem Geopotential eingeschlossen ist. Dort, wo die Linie des höchsten Geopotentials verläuft, liegt die Keilachse.

L

Labilität -- Die Troposphäre ist labil geschichtet, wenn ein aufsteigendes Luftpaket wärmer als seine Umgebungsluft ist und daher weiter aufsteigen kann. Es wird hierbei zwischen Trockenlabilität und Feuchtlabilität unterschieden. Trockenlabilität tritt vor allem in Bodennähe auf, wenn starke Sonneneinstrahlung im Sommerhalbjahr den Boden überhitzt und sich Warmluftblasen ablösen und aufsteigen (welche je nach Untergrund auch zu Sand- oder Staubteufeln führen können). Feuchtlabilität liegt vor, wenn beim Aufstieg des Luftpakets der Taupunkt erreicht wird und Kondensation einsetzt. Die dabei frei werdende latente Wärme verringert die Abkühlung des Luftpakets beim weiteren Aufstieg, sodass das Luftpaket wärmer als seine Umgebungsluft bleibt (sofern es keine störenden Temperaturinversionen gibt). Mechanismen, die ein Luftpaket zum Aufsteigen zwingen, sind Sonneneinstrahlung, Fronten, Konvergenzlinien, Tröge, Orographie.

M

Maskierte Kaltfront -- Präfrontal lagernde, durch langwellige Strahlung ausgekühlte Luft wird durch die Kaltfront ausgeräumt und durch nachfolgend wärmere Kaltluft ersetzt. Ist dann der Fall, wenn es vor Frontdurchgang nachts bei klarem Himmel ausstrahlt und sich eine Temperaturinversion ausbildet. Infolge der Frontpassage und Windzunahme wird die Inversion beseitigt und darüber lagernde wärmere Luft turbulent zum Boden gemischt, wodurch am Boden eine Temperaturzunahme erfolgt.

MOS -- Model Output Statistics. Ein statistisches Verfahren, das zur Vorhersage entwickelt wurde. Es basiert auf der Verwendung von Klimadaten und vergleicht vom Modell simulierte Temperatur-, Druck-, Wind-,etc. Werte mit Stationsmesswerten eines bestimmten Ortes. Manchmal wird auch ein Mittel aus verschiedenen MOS'en verwendet, das MOS-MIX. Start

N

Negative Vorticityadvektion (NVA) - korrekt: differentielle, antizyklonale Vorticityadvektion. Der Transport negativer Wirbelstärke, welcher zu Absinken in der Höhe führt, tritt rückseitig der Trogachse auf bzw. vorderseitig einer Keilachse - außer: In die großräumige Keilachse sind Kurzwellenstörungen eingebettet, die mesoskalig für positive Vorticityadvektion sorgen.

O

Okklusionspunkt -- engl. auch triple point, ist der Ort, wo die Kaltfront die Warmfront einholt. Mit fortschreitender Tiefdruckentwicklung entfernt sich der Okklusionspunkt immer mehr vom Tiefdruckkern. Im Anfangsstadium bzw. Reifestadium befindet sich der Okklusionspunkt häufig unter einem Maximum an positiver Vorticityadvektion (PVAmax oder Vortmax), also intensiver Hebung, die durch die herumgeholte Warmluft(advektion) verstärkt wird. Daher treten die stärksten Niederschläge bei einem Frontensystem meist am Okklusionspunkt auf. Ist das Tiefdruckgebiet bereits im Okklusionsprozess und liegt der Okklusionspunkt weiterhin auf der Trogvorderseite, so kann dort eine Rand- bzw. Teiltiefbildung einsetzen. Berühmtestes Beispiel der letzten Jahre: Kyrill.

Omegagleichung -- ist vereinfacht die Summe aus Temperaturadvektion, Vorticityadvektion und diabatische Wärmezufuhr. Temperaturadvektion wird durch Warm- oder Kaltluftadvektion ausgedrückt, diabatische Wärmezufuhr durch Sonneneinstrahlung ("Hitzetiefs") oder langwellige Ausstrahlung ("Kältehochs"). ω ist die Vertikalbewegung. In manchen Karten ist als Einheit hPa/h angegeben. Der Luftdruck bezieht sich dabei auf eine vertikale Luftsäule. Nimmt er ab, kann die Luft sich weiter ausdehnen = Hebung. Daher erhält das ω hier ein negatives Vorzeichen (umgekehrt ist Absinken positiv). Start

Omegahoch -- Ein von zwei Höhentrögen flankiertes Hochdruckgebiet, das hierdurch dem griechischem Buchstaben Ω ähnelt, und eine relativ stabile Wetterlage darstellt.

P

Potentielle Labilität -- Potentielle Labilität liegt vor, wenn die die Theta-e-Werte mit der Höhe abnahmen. Um aus potentieller Labilität tatsächliche Labilität zu gewinnen, muss die Luftsäule hochreichend gehoben werden. Die Luftmasse mit höheren Theta-e-Werte in den unteren Schichten kühlt sich dabei weniger stark ab, da latente Wärme frei wird. In der Luftmasse mit niedrigeren Theta-e-Werten ist die Menge an latenter Wärme entsprechend geringer und es resultiert eine Temperaturabnahme mit der Höhe. Potentielle Labilität spielt vor allem bei Feuchtkonvektion eine Rolle, welche an dynamische Prozesse (z.B. eine Front) gekoppelt ist, wo der Grad an Sonneneinstrahlung gering bzw. vernachlässigbar ist (Stichwort: Labilitäterzeugung ohne Sonneneinstrahlung).

Positive Vorticityadvektion (PVA) -- korrekt: differentielle, zyklonale Vorticityadvektion. Der Transport positiver Wirbelstärke, welcher zu Aufsteigen (Hebung) in der Höhe führt, tritt vorderseitig der Trogachse auf bzw. rückseitig einer Keilachse.

Q

Quasi-geostrophische (QG-) Theorie -- Die QG-Theorie setzt nahezu geostrophische Zustände in der freien Atmosphäre voraus, d.h. Coriolis- und Druckgradientkraft sollen sich die Waage halten (geostrophischer Wind). Herrscht ein Ungleichgewicht, so hat man je nach Lage im Jetstream Hebungsantrieb oder Absinken. Man argumentiert auch mit QG, wenn man von Hebungsantrieb auf der Trogvorderseite spricht. Start

R

Randtief -- Ein Tiefdruckwirbel in bodennahen Schichten, welcher sich eingebettet in eine steuernde Zirkulation entwickelt. Er kann aus Fronten heraus, aber auch isoliert entstehen und sich bei günstigen Bedingungen zu einem Sturm- oder Orkantief entwickeln.

Rapid Cylogenesis -- Eine rasche und intensive Tiefdruckentwicklung, die mit einem Kerndruckfall von mindestens 24hPa in 24h einhergeht. Diese sind fast immer mit einer ausgeprägten Dry Intrusion verbunden. Die Mehrzahl der rapiden Zyklogenesen geht auf das Konto umfangreicher Orkantiefs, die Mitteleuropa nicht direkt überqueren, sondern auf dem Atlantik bleiben und den Kontinent allenfalls streifen. Eine Minderheit zieht als Randtief und/oder Schnellläufer über Mitteleuropa hinweg, z.B. Lothar 1999.

Relative Topographie -- Ein Maß für die Schichtdicke zwischen 500hPa und 1000hPa. Die Schichtdicke ist abhängig von der mittleren Temperatur dieser Schicht. Wenn diese steigt, vergrößert sich die Schichtdicke (Luftsäule dehnt sich aus), dann steigt die relative Topographie. Analog bei Temperaturrückgang. Sie ist somit ein Maß für die Schichtdickenadvektion bzw. Warm- und Kaltluftadvektion mit der Höhe, da oberhalb von etwa 1-2km Höhe (konvektive Grenzschicht) konvektive Prozesse kaum noch eine Rolle spielen.

S

Schichtdickenadvektion -- Die Schichtdicke bezieht sich auf die relative Topographie (siehe Punkt 3) und wird durch die Mitteltemperatur in dieser Schicht (meist zwischen 500hPa und 1000hPa) ausgedrückt. Bei der Advektion von Schichtdicke ändert sich diese Mitteltemperatur. Sie nimmt zu bei positiver Schichtdickenadvektion und nimmt ab bei negativer Schichtdickenadvektion. Im ersten Fall dehnt sich die Luftsäule entsprechend vertikal aus. Ein Luftpaket wird gehoben -> Hebungsantrieb. In letzterem Fall schrumpft die Luftsäule, das Luftpaket sinkt ab -> Absinken. Start

Seeder-Feeder Effekt -- Fallen Eiskristalle aus "Seeder"-Wolken (engl. säen) in eine tiefe Wolkenschicht ("Feeder"-Wolke, engl. füttern), z.B. Stratus oder Stratocumulus, dann können sich unterkühlte Wassertröpfchen an die Eiskristalle anlagern, bis diese zu Schneeflocken heranwachsen und ausgefallen werden. Ist es darunter zu warm, schmelzen die Schneeflocken zu Regentropfen zusammen. Der Seeder-Feeder-Effekt spielt gerade im Winterhalbjahr eine wichtige Rolle bei der Niederschlagsbildung und -verstärkung und wird vor allem im Gebirge wirksam, wo sich tiefe Stauwolken halten.

Splitting Front -- Im Anfangsstadium einer Split Front (gespaltenen Front) handelt es sich meist um einen Aufgleitkaltfronttyp. Die mitgeführte Warmluft wird durch den Dryslot überrannt. Die trockene Luft aus den oberen und mittleren Schichten löst die hohen und mittelhohen Wolken im hinteren Bereich der Kaltfront auf. Jetstream und Kaltfront stehen dabei im rechten Winkel zueinander.

Sting Jet -- Der "Stacheljet" ist ein Starkwindband, von dem man nach jetzigem Stand annimmt, dass es die schadensträchtigsten Winden bei Winterstürmen hervorruft. Es stellt ein Starkwindband dar, welches aus einem mitteltroposphärischen Wolkenkopf einer explosiv sich vertiefenden Welle herabsteigt und dabei Schnee- und Eiskristalle verdunstet. Die Verdunstungskälte führt zu einer Beschleunigung der abwärtsgerichteten Strömung, die um das Zentrum des Tiefs herumzirkuliert. Dabei werden bis zu 150km/h Windspitzen erreicht. Der Name rührt von der Form des Wolkenfelds her, das dem Schwanz eines Skorpions ähnelt.

T

Thermischer Trog -- Ein thermischer Trog zeichnet sich durch ein Gebiet höhenkalter Luft aus, jedoch nicht oder nur mit geringem Geopotentialfall verbunden. Sie führen besonders in mittleren Schichten zu steilerem Temperaturgefälle und damit zu einer Labilisierung der betreffenden Schicht.

Thermische Wind -- Der thermische Wind weht parallel zu den Linien gleicher relativer Topographie und ist die Folge der Änderung des geostrophischen Windes mit der Höhe. Dies führt zur Advektion von Warmluft oder Kaltluft. Sie ist durch den Winkel zwischen Isohypsen der relativen und absoluten Topographie sowie durch die Drängung der Isohypsen bestimmt.

Trog -- Ein Trog ist ein Tal mit niedrigem Geopotential, das von höherem Geopotential eingeschlossen ist. Dort, wo die Linie des tiefsten Geopotentials verläuft, liegt die Trogachse. Start

U

UTC -- Universal Time Coordinated - aktuelle Weltzeit. Umrechnung: UTC +1 = MEZ, UTC +2 = MESZ. In Wetterkarten und Meldungen alternativ oft die Abkürzung z = "Zulu". Zulu steht für ZERO = 0-Meridian. Zulu ist identisch mit UTC.

V

Vorticity -- heißt übersetzt Wirbelhaftigkeit oder Wirbelgröße und ist ein Maß für die Krümmung/Scherung eines Hochdruck- oder Tiefdruckgebiets. Es werden verschiedene Arten von Vorticity unterschieden - in der Synoptik wird dabei immer die senkrechte Komponente (z-Achse) der Vorticity betrachtet, z.B. Erdvorticity, relative Vorticity (setzt sich aus Scherungs- und Krümmungsvorticity zusammen), absolute Vorticity (setzt sich aus relativer und Erdvorticity zusammen). Vorticityadvektion führt je nach Vorzeichen (positiv/negativ) zu Aufsteigen oder Absinken, wenn man Warm- und Kaltluftadvektion sowie diabatische Temperaturänderungen (Ein- und Ausstrahlung) vernachlässigt.

Vorticitymaximum -- (auch Vortmax), ein Maximum an positiver Vorticityadvektion, welches für Hebungsantrieb sorgt. Start

W

Warm conveyor belt -- das warme Förderband, welches in der mittleren und oberen Troposphäre feuchtwarme Luft transportiert und meist durch kompakte hohe und mittelhohe Bewölkung gekennzeichnet ist. Er bringt mitunter kräftigen Landregen (z.B. bei Kyrill).

Welle -- eine Welle besteht aus einem Trog und einem Keil. Kurzwellen besitzen eine geringe Ausdehnung entlang eines Breitengrades, im Gegensatz zu Langwellen. Die Ausdehnung entlang des Längengrades wird durch die Amplitude beschrieben (Wellenlänge und -amplitude werden häufig miteinander verwechselt). Ab einer Wellenlänge von 6000km spricht man von Rossby-Wellen.
Die Frontalzone, welche horizontal warme und kalte Luftmassen trennt, bietet den Nährboden für Wellen, aus denen sich später mit Ausbildung eines Frontensystems Tiefdruckgebiete entwickeln können, auch an Kaltfronten sowie seltener Warmfronten können sich Wellen und später Randtiefs ausbilden. Ein nicht vollständig entwickeltes Randtief aus einer Welle heraus bezeichnet man auch als Wellentief. Start

Z

Zulu (Z)) -- siehe UTC.

Zyklogenese -- von gr. zyklos = kreis und genein = bilden; Tiefdruckentwicklung

Zyklolyse -- von gr. lysis = auflösen; Tiefdruckauflösung, -auffüllung Start

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